Leo Dorn
Deutscher Alpinist und Jäger

Leo Dorn

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Deutscher Alpinist und Jäger
Gender:
Male
Places:
Birth:
16 January 1836(Oberstdorf, Germany)
Death:
5 November 1915(Bad Hindelang, Germany)
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Introduction Leben Leo Dorn in der Literatur
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Biography

Introduction

Leo Dorn (* 16. Januar 1836 in Oberstdorf; † 5. November 1915 in Hindelang) war ein deutscher Alpinist und Jäger. Er war Leibjäger des Prinzregenten Luitpold von Bayern, dessen Jagdrevier er verwaltete, und wurde als „Adlerkönig“ bekannt.

Leben

Leo Dorn war ein Sohn des Jägers Ignaz Dorn und dessen Ehefrau Genofeva, geb. Schmelz. Er war ein begabter Alpinist: Schon in seiner Jugend holte Dorn aus den Adlerhorsten im Oytal die Brut; zusammen mit Thaddäus Blattner wagte er später gefährliche Aufstiege auf die Höfats.

Vom Prinzregenten Luitpold wurde er als Oberjäger angestellt und mit der Hege des Rotwilds im Revier um Hindelang betraut. Prinzregent Luitpold hatte 17 Stück Rotwild aus seinem Forstenrieder Park in das Gebiet gebracht, das nach der Aufhebung der Adelsprivilegien, zu denen auch die Hohe Jagd gehörte, im Zuge der Revolution von 1848 leergeschossen worden war. Die Bestände mussten neu aufgebaut und vor Eingriffen geschützt werden, was unter anderem Leo Dorns Aufgabe als Heger war. In dieser Eigenschaft ging er nicht nur gegen Wilderer vor, die er bis nach Tirol verfolgte, sondern auch gegen die Greifvögel. Steinadler galten zu Dorns Zeit als Schädlinge, die es zu vertilgen galt. Ab 1858 schoss Dorn mit Spitzkugeln, ab 1867 benutzte er einen Hinterlader.

Am 10. November 1890 erlegte Dorn seinen fünfzigsten Adler. Daraufhin wurde er vom Prinzregenten per Urkunde zum „Adlerkönig“ erklärt. Insgesamt tötete Dorn 77 Adler, den letzten im Jahr 1912. Die Adlerfedern verkaufte er als Hutschmuck.

Im Heimatmuseum in Oberstdorf befindet sich eine Büste Dorns. Carl Stiegele junior brachte 1928 einen Scheibenstutzen heraus, auf dessen Systemkasten ein Bildnis Leo Dorns eingraviert war. Ferner existierten Ansichtskarten mit Fotografien von Leo Dorn. Ernst Haeckel schickte 1902 eine solche Karte an Frida von Uslar-Gleichen. Eine Fotografie von Leo Dorn, mit erlegtem Adler und Büchse, hängt in der Gaststätte der Allgäuhalle in Kempten. Otto Keck malte ihn als Adlerkönig von Hinterstein.

Leo Dorn in der Literatur

Ludwig Ganghofer schilderte Leo Dorn in seinem Werk Bergheimat ausführlich:

„Um als Adlerjäger […] Erfolg zu erzielen, dazu gehört aber auch eine so glühende Liebe zum Weidwerk, eine so reiche Erfahrung als Jäger und eine so eiserne, allem Sturm und Wetter trotzende Gesundheit, wie sie Leo Dorn besitzt, der als Oberjäger das Allgäuer Jagdrevier des Prinzregenten von Bayern verwaltete. Dorn ist ein Mustertypus des prächtigen Menschenschlages unserer Berge: eine hohe, breitschultrige Gestalt, Glieder wie aus Stein geschnitten, sonnverbrannte Fäuste, die beim Handschlag die Finger des Grüßenden wie mit stählernen Schrauben umspannen, ein in gesunder Röte lachendes Gesicht mit schneeweißem Vollbart, mit scharf gekrümmter Hakennase und blitzenden Augen, deren jugendhellem Blick man die 70 Jahre nicht anmerkt, die Leo Dorn auf seinem breiten, ungebeugten Rücken trägt. Keck und lustig sitzt ihm auf dem weißen Zaushaar der kleine, verwitterte Filzhut, dessen aufgebogene Krempe von einer langen Adlerfeder durchstochen ist. Jahraus und jahrein, bei Schnee oder Hitze geht Leo Dorn in der gleichen leichten Lodenjoppe in der kurzen Lederhose mit entblößtem Knien. Und die Füße stecken nackt in den schweren Nagelschuhen. ‚Denn weißt, i bin so viel zartli [= verzärtelt, empfindlich] an die Füß‘, versicherte er mir, ‚wollene Söckeln vertrag i nit, die beißen mi allweil gar so viel!‘ Wenn Leo Dorn von seinen Adlerjagden und ihren Strapazen erzählt – die meisten Adler erlegte er im strengen Winter, wenn metertiefer Schnee die Berge deckte –, dann mischt sich in sein Geplauder kein einziges Wort, das nach Latein und Übertreibung klingt. Knapp und ehrlich bleibt er bei der Wahrheit und lächelt vergnügt zu dem Bericht der überstandenen Beschwerden, die auch in so schlichter, schmuckloser Schilderung dem Hörer ein kaltes Gruseln über den Rücken jagen. Man schaudert, aber man lacht auch oft und herzlich. Denn das ernsteste Abenteuer in den Bergen hat immer auch seine lustige Seite. Und der Allgäuer Dialekt, der die Diminutivform liebt, verleiht den Schilderungen Dorns zuweilen einen originellen Gegensatz zwischen Form und Inhalt, einen Anhauch von unwillkürlicher Komik. Es hört sich drollig an, wenn er die Erzählungen einer seiner gefährlichsten Adlerjagden mit den Worten beginnt: ‚Woltern o fests Schneele hat’s gschniebe ghatt im selle Winter, und bis ans Brüstle rauf bin i allweil drin umeinandergstapfet. Aber wie i den Adler amal hon gsehe ghatt, hon i nimmer auslasse. Fleißi hon i umeinandergucket mit’m Spektivle, und wie i seine Weg amal hon ausspekuliert ghatt, hon i a Lämmle aufs Wändle naufgschleppet, und da hon i mir denkt: ›Wart, du Luedersvögele, jetz hock i mi aber eini in Schnee und bleib sitze, wenn mir au glei alle Knöchele wegfriere von die Händ!‹‘“

Leo Dorn wurde jedoch nicht nur als eifriger Jäger gefeiert, sondern war auch für Ornithologen ein wichtiger Informant. Für Andreas Johannes Jäckels postum 1891 herausgegebenes Werk Systematische Übersicht über die Vögel Bayerns etwa wurden auch Beobachtungen Dorns verwendet.