Karoline Preisler
German politician

Karoline Preisler

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German politician
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Female
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3 July 1971(Berlin, Margraviate of Brandenburg)
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Karoline Preisler

Karoline Preisler (* 3. Juli 1971 in Ost-Berlin) ist eine deutsche Politikerin (FDP) und Juristin.

Berufliche Laufbahn

Preisler besuchte bis 1988 eine Polytechnische Oberschule in Berlin und begann anschließend eine Ausbildung in der Verwaltung. Sie stand der Kirche von unten nah. Preisler absolvierte von 1991 bis 1993 eine Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten. Ab 1997 studierte sie Rechtswissenschaften an der Universität Potsdam, schloss ihr Erstes Staatsexamen im Jahr 2002 in Potsdam und ihr Zweites Staatsexamen 2004 in Berlin ab. Von 2004 bis 2012 war sie als Juristin in Berlin und seit 2012 ist sie als Juristin in Barth (Mecklenburg-Vorpommern) tätig.

Engagement und Positionen

Im Februar 2020 vermutete Karoline Preisler, dass auf sie und ihre Tochter ein Böller-Angriff mit Feuerwerkskörpern stattgefunden habe. Der Staatsschutz nahm Ermittlungen auf, es stellte sich jedoch schnell heraus, dass es sich um keinen Anschlag, sondern nur um spielende Kinder gehandelt hatte. Preisler hatte im Sommer 2019 erfahren, dass ihr Name auf einer Nordkreuz-Feindesliste stand. Der Anschlag von Barth war jedoch offenbar nicht politisch motiviert.

Im März 2020 steckte sich Preisler mit dem Corona-Virus an. Sie war zunächst mit ihren Kindern zu Hause in Quarantäne und wurde dann in einer Klinik in Stralsund behandelt. Über den Krankheitsverlauf und die Begleiterscheinungen berichtete sie via Twitter in einem „Corona-Tagebuch“. Durch den offenen Umgang mit der Erkrankung erhielt Preisler viel Aufmerksamkeit bei Twitter und in diversen nationalen und internationalen Medien. Sie wurde deswegen in Talkshows wie maischberger. die woche und Markus Lanz eingeladen. Ende August 2020 suchte sie privat die Sachdiskussion auf einer Berliner Großdemonstration mit Kritikern der staatlichen Einschränkungen wegen COVID-19 und bemühte sich um Deeskalation, erneut Anfang Oktober bei einer Kundgebung in Konstanz. Zu dieser Zeit litt sie weiterhin unter Folgen der Erkrankung wie Luftnot.

2022 erfolgte eine Strafanzeige gegen Preisler wegen mutmaßlicher Verleumdungen. Gegenstand ist die Äußerung Preislers in einem OZ-Interview, in dem sie äußerte, „als Hexe, die die Seuche nach Barth eingeschleppt hat“ bezeichnet worden zu sein. Während einer Sitzung der Barther Stadtvertretung im Oktober 2022 hatte die gesamte Stadtvertretung fraktionsübergreifend Preislers Äußerungen verurteilt und eine Richtigstellung erwartet.

Bei antiisraelischen Demonstrationen in Berlin in der Folge des Gaza-Krieges zeigte Preisler ein Schild mit der Aufschrift „Rape is not resistance“ („Vergewaltigung ist kein Widerstand“), „Believe Israeli Women“ („Glaubt den israelischen Frauen“) und Fotos der beim Terrorangriff der Hamas vergewaltigten, verschleppten und getöteten Deutsch-Israelin Shani Louk. Sie wurde von Demonstranten dafür angefeindet, bedroht, angespuckt, bedrängt und geschlagen.

Parteiaktivitäten

Preisler trat 2013 in die FDP ein und war zunächst kommunalpolitisch aktiv. 2018 löste sich durch einen Streit mit ihr die Fraktion in der Stadtvertretung von Barth auf. Infolgedessen traten Stadtverordnete aus der FDP aus. Preisler wurde aus dem Ausschuss für Schule und Soziales und aus dem Aufsichtsrat der Stadtwerke abberufen. Im selben Jahr kandidierte sie ohne Mandat ihrer Partei für das Bürgermeisteramt ihrer Gemeinde. 2019 trat sie als FDP-Spitzenkandidatin für Mecklenburg-Vorpommern auf Listenplatz 19 der Bundesliste ihrer Partei zur Europawahl an.

Sie war von 2014 bis 2023 Vorsitzende der 2009 gegründeten Arno-Esch-Stiftung, einer parteinahen Stiftung der FDP Mecklenburg-Vorpommern.

Im Oktober 2022 schlug der Landesvorstand der FDP Brandenburg Preisler als Verfassungsrichterin für das Verfassungsgericht des Landes Brandenburg in Potsdam vor. Im Dezember 2022 zog Preisler ihre Kandidatur „aus privaten Gründen“ zurück.

Familie

Preisler war mit dem Bundestagsabgeordneten Hagen Reinhold (FDP) liiert und hat vier Kinder.

Veröffentlichungen

  • Demokratie aushalten! Über das Streiten in der Empörungsgesellschaft. Hirzel, Stuttgart, 2021. ISBN 978-3-7776-2944-5. Leseprobe