Georg Baus
German illustrator

Georg Baus

The basics
Quick facts
Intro
German illustrator
Gender:
Male
Places:
Work field:
Birth:
16 September 1889(Offenbach am Main, Darmstadt Government Region, Hesse, Germany)
Death:
6 November 1971(Leipzig, Leipzig District, German Democratic Republic, Germany)
Star sign:
Biography menu
Menu

Jump to

Introduction Leben Literatur Werke (Auswahl) Ausstellungen
The details
Biography

Introduction

Johannes Friedrich Georg Baus (* 16. September 1889 in Offenbach am Main; † 6. November 1971 in Leipzig) war ein deutscher Maler, Grafiker, Buchkünstler und Bildhauer. Bekannt wurde er vor allem als Buch- und Werbekünstler.

Leben

Kindheit und Jugend

Georg Baus wurde am 16. September 1889 in Offenbach a. M. als Sohn des Eisengießers Adam Baus und dessen Ehefrau Barbara (geb. Franz) geboren. Bereits in frühen Jahren zeigte sich sein künstlerisches Talent, sodass die Schule den Eltern empfahl, die Fähigkeiten des Knaben bei der Berufswahl zu berücksichtigen. Durch seine zeichnerischen Fähigkeiten und sein ausgeprägtes Farbempfinden erfüllte er die Voraussetzungen für die Ausbildung zum Lithograf. Die dreijährige Lehre bei der Firma Kramp & Comp. in Offenbach a. M. beendete er erfolgreich. Sein Wunsch war es jedoch, nicht nur handwerklich, sondern auch schöpferisch tätig zu werden. Insofern entschloss er sich für eine weiterführende Qualifikation.

Von 1906 bis 1910 studierte er an den von Hugo Eberhardt geführten Technischen Lehranstalten in Offenbach a. M. (heutige Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main), wo er bereits zeitig an die Kriterien der ästhetischen Produktgestaltung im Sinne des Deutschen Werkbundes herangeführt wurde. Hier war er Schüler u. a. des Malers Moritz Wolf, des Bildhauers Karl Huber und des Schriftkünstlers Rudolf Koch.

Beruflicher Werdegang & Familie

Seine erste Anstellung fand Georg Baus in Leipzig. Hier arbeitete er als Atelierleiter in der Werbewerkstatt des Werbefachmannes und -theoretikers Hans Weidenmüller (1881–1936). 1912 entschied er sich für eine Tätigkeit bei F. A. Brockhaus, die er bis zum Kriegsausbruch ausübte. Im gleichen Jahr – am 30. April 1912 – heiratete er Klara Paula Käthe Wenige (1893–1977). Aus der Ehe ging ein Sohn, Adam Wolfgang Baus (1912–1986), hervor. 1914 wurde er zum Kriegsdienst einberufen und kehrte 1918 mit einem Hörschaden zurück. Nach Kriegsende machte sich er als Gebrauchsgrafiker selbstständig. 1921 wurde er von Erich Gruner, dem künstlerischen Beirat des Leipziger Messeamtes, zusammen mit Walter Buhe und Walter Zeising zu einem der ersten Ausstellungsgraphiker der Leipziger Messe. Er wurde mit der Ausarbeitung einer neuen Messegrafik beauftragt. Er schuf daraufhin einen modernen, charakteristischen Werbeauftritt mit weltweit einheitlichem Erscheinungsbild (für alle regionalen u. internationalen Werbedrucksachen), welcher beispielgebend für weitere Weltmessen wurde. Baus stellte somit die Weichen für das Corporate Design der Leipziger Messe. Zwischen 1921 und 1933 war er einer ihrer maßgeblichen Grafiker. Auch nach 1945 war er an der Gestaltung der Werbedrucksachen für die Leipziger Messe beteiligt. 1921 wurde er Vorstandsmitglied der Ortsgruppe Leipzig des Bundes Deutscher Gebrauchsgraphiker, unter Vorsitz von Hugo Steiner-Prag und 1969 Ehrenmitglied im Verband Bildender Künstler Deutschlands (VBKD). Neben Gemälden (überwiegend Naturmotive) schuf er Aquarelle, Zeichnungen, Lithografien, Radierungen, Holzschnitte, Intarsien, Glasfenster und auch Plastiken. Darüber hinaus machte er sich einen Namen vor allem als Buch- und Werbekünstler (Buchumschläge, Einbände, Vorsatzpapiere, Illustrationen, Handeinbände, Werbe- und Geschäftsdrucksachen, Signets, Verpackungen, Exlibris und Gelegenheitsgrafik, Briefmarken u. a.). Hervorzuheben sind seine Auftragsarbeiten u. a. für 30 Buchverlage, diverse Zeitschriftenverlage, Messen (Leipziger Messe, Kölner Messe) und andere Wirtschaftsunternehmen.

Georg Baus verstarb 1971 in Leipzig. Seine letzte Ruhestätte befindet sich auf dem Südfriedhof der Stadt.

Literatur

  • Hans Vollmer: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Leipzig 1953, Bd. 1, S. 138–139.
  • Hellmut Rademacher: Das deutsche Plakat. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Dresden 1965, S. 290.
  • Verband bildender Künstler der DDR (Hrsg.): Gebrauchsgraphik in der DDR. Dresden 1975, S. 326.
  • Deutsches Historisches Museum (Hrsg.): Kunst, Kommerz, Visionen. Deutsche Plakate 1888 –1933. Berlin 1992, S. 251.
  • Günter Meißner (Hrsg.): Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker. München 1993, Bd. 7: Barbieri-Bayona, S. 636, ISBN 3-598-22747-7.
  • Helfried Baus: Zwischen Reklamekunst und Gebrauchsgrafik. Die Leipziger Werbegrafik im frühen 20. Jahrhundert. Beucha 2014, S. 110, Schriften des Leipziger Geschichtsvereins, NF 1, ISBN 978-3-86729-136-1.

Werke (Auswahl)

Buchschmuck

  • Luigi Barzini: Peking-Paris im Automobil Leipzig, Brockhaus, 3. Aufl. 1923 (Einband, Vorsatz, Kapitelvignetten).
  • Sven Anders Hedin: Mount Everest, Leipzig, Brockhaus, 1923 (Illustrationen).
  • Hugo Adolf Bernatzik: Typen und Tiere im Sudan, Leipzig, Brockhaus, 1927 (Schutzumschlag, Einband).
  • V. Jan (Vasilij Grigorèvič Jan-Jančeveckij): Batu - Khan, Weimar, Kiepenheuer, 1953 (Schutzumschlag, Einband).
  • Howard Carter und A. C. Mace: TUT-ENCH-AMUN, Ein ägyptisches Königsgrab, Leipzig, Brockhaus 1924 (Einband und Vorsatz)
  • Norbert Gottschalk (Hrsg.): "Jahrmarkt in Timerla ",mit 56 Zeichnungen von Georg Baus, Rupert Verlag, Leipzig 1941

Zeichnungen, Graphik

  • in: H. K. Frenzel (Hg.): Gebrauchsgraphik. Monatsheft zur Förderung der künstlerischen Reklame, Jg. 3, Heft 12, 1926 (Leipziger Heft).
  • Gebrauchsgraphiker-Revue zu vieren-zehn : kohabiert in der Retorte des BDG Ortsgruppe Leipzig ; sinnig dargebracht den Teilnehmern des Bundestages 1927 in Leipzig-Dresden, Leipzig, Roßberg'sche Buchdruckerei, 1927 (mit Kurt Gundermann).
  • Roland Betsch: Regie-express D 21 : und zwei andere novellen, Leipzig, O. Janke, 1944 (Federzeichnungen).
  • Von Tieren und Menschen. Ein Lesebuch für das 4. Schuljahr, 3. Aufl., Berlin Leipzig, 1947 (Zeichnungen)
  • Deutsche Gartenbau-Ausstellung Leipzig 1949 (Plakat)

Ausstellungen

  • 1957: Verband Bildender Künstler Deutschlands, Bezirk Leipzig, Museum der Bildenden Künste