

Introduction
Friederike Elly Luise „Fredi“ Otto (* 1982 in Kiel) ist eine deutsche Klimatologin. Sie leitet geschäftsführend das Environmental Change Institute der University of Oxford.
Leben und Wirken
Otto schloss ein Diplomstudium der Physik und ein Promotionsstudium der Philosophie an der Freien Universität Berlin ab.
Otto ist eine Mitbegründerin und eine führende Vertreterin der Zuordnungsforschung, mit deren Hilfe die Zuordnung von Extremwetterereignissen zum Klimawandel möglich ist.
Ihre Arbeit, u. a. als führende Wissenschaftlerin im internationalen Projekt World Weather Attribution, befasst sich schwerpunktmäßig mit Extremwetterereignissen (Dürren, Hitzewellen, Niederschlägen) und der Verbesserung und Entwicklung von Methoden zur Beantwortung der Frage nach dem Einfluss externer Klimatreiber auf die Wahrscheinlichkeit von Extremwetter. Sie untersucht außerdem die sich daraus ergebenden politischen Implikationen. Ihre Berechnungen zum Beitrag des Klimawandels zur Dürre und Hitze in Europa 2018 wurden von der Presse weltweit aufgegriffen.
Ihr Sachbuch Wütendes Wetter – Auf der Suche nach den Schuldigen für Hitzewellen, Hochwasser und Stürme (2019) kam im Sommer 2019 mehrfach auf die vorderen Plätze der gemeinsamen „Sachbuchbestenliste“ von ZDF, DLF Kultur und Die Zeit. Es schildert die zeitgenössischen Extremwetterphänomene aus dem Blickwinkel der neuartigen Zuordnungsforschung, ihrem Arbeitsgebiet innerhalb der Klimawissenschaft. Anschaulich wird gezeigt wie differentialanalytisch Daten ausgewertet, Zusammenhänge hergestellt und Wahrscheinlichkeiten berechnet werden können. Der Deutschlandfunk-Rezensent lobte die allgemeinverständliche Sprache und Strukturierung. Im Buch stellt Otto die Erreichbarkeit des Zwei-Grad-Ziels in Frage. So fragt sie im Buch: „Drei Grad? Ist das nicht ein arg unrealistisches Szenario, schließlich hat sich die Weltgemeinschaft doch im Pariser Abkommen darauf verständigt, die Erderwärmung auf 2 Grad zu begrenzen, möglichst sogar auf 1,5 Grad. Nein, aus heutiger Sicht ist es keinesfalls unrealistisch – es ist genau die Marke, auf die wir gerade zusteuern.“
Otto nimmt auch zur derzeitigen Debatte um Klimamaßnahmen Stellung. So äußerte sie sich kritisch zu den Beschlüssen des Klimakabinetts im Jahr 2019: „Es ist extrem enttäuschend zu sehen, dass die Bundesregierung weiterhin Politik aus Angst vor der Veränderung macht. Es wird also ganz schnell ein neues Klimapaket geben müssen und damit ist nichts erreicht, der nötige Schritt weiter verzögert.“
Veröffentlichungen (Auswahl)
Bücher
- Friederike Otto, Wütendes Wetter – Auf der Suche nach den Schuldigen für Hitzewellen, Hochwasser und Stürme, Ullstein, Berlin 2019, ISBN 978-3-5500-5092-3.
Journalbeiträge
- Friederike E. L. Otto (2017). Attribution of weather and climate events. Annual Review of Environment and Resources, 42, 627–646. doi:10.1146/annurev-environ-102016-060847
- Friederike E. L. Otto, Geert Jan van Oldenborgh, Jonathan Eden, Peter A. Stott, David J. Karoly, Myles R. Allen (2016). The attribution question. Nature Climate Change, 6, 813–816. doi:10.1038/nclimate3089
- Friederike E. L. Otto, Emily Boyd, Richard G. Jones, Rosalind J. Cornforth, Rachel James, Hannah R. Parker und Myles R. Allen (2015). Attribution of extreme weather events in Africa: a preliminary exploration of the science and policy implications. Climatic Change, 132(4), 531–543. doi:10.1007/s10584-015-1432-0
- Friederike E. L. Otto, N. Massey, G. J. van Oldenborgh, R. G. Jones, M. R. Allen (2012). Reconciling two approaches to attribution of the 2010 Russian heat wave. Geophysical Research Letters, 39(4). doi:10.1029/2011GL050422