Ernst Putz
German politician

Ernst Putz

The basics
Quick facts
Intro
German politician
Gender:
Male
Places:
Work field:
Birth:
20 January 1896
Death:
12 September 1933(Moabit, Mitte, Berlin, Germany)
Biography menu
Menu

Jump to

Introduction Leben Ehrungen Werke Literatur
The details
Biography

Introduction

Ernst Putz (* 20. Januar 1896 in Sinntalhof, Bad Brückenau; † 15. September 1933 in Berlin-Moabit) war ein kommunistischer Politiker.

Leben

Der Sohn eines Mittelbauern und besuchte zwischen 1906 und 1913 die Gymnasien in Aschaffenburg und Würzburg. Von September 1913 bis Januar 1915 besuchte er die Freie Schulgemeinde Wickersdorf in Thüringen. Im März 1915 machte er sein Abitur in Berlin-Lichterfelde. 1915 war der Kriegsfreiwilliger. Von Ende 1917 bis Sommer 1918 studierte er Agrarwissenschaften an der Universität Jena. Danach Rückkehr zur Marine. Er schloss sich im November 1918 dem Kieler Matrosenaufstand an. Im April 1919 gründete er in Kiel gemeinsam mit Bernhard Uffrecht die Freie Schul- und Werkgemeinschaft, die sich seit November 1919 auf dem Sinntalhof befand. 1920/21 nahm er in Jena sein Studium wieder auf.

Er zählte 1924 zu den Gründungsmitgliedern des von der KPD ins Leben gerufenen Bundes schaffender Landwirte, dem er bis 1933 vorstand. Seit dem Herbst des Jahres 1925 war er Vorsitzender des Reichsbundes der Kleinbauern und seit dem Frühjahr 1927 Vorsitzender des aus diesem hervorgegangenen Reichsbauernbundes.

Im Dezember 1924 wurde Putz als Parteiloser auf der Liste der KPD in den Reichstag gewählt, dem er bis 1933 angehörte. Der KPD trat Putz wenig später bei, hier war er seit 1925 in der Abteilung Land beim ZK der Partei tätig. Putz gehörte auf Grund seines Einsatzes für die Interessen der Kleinbauern zu den KPD-Politikern, welche auch außerhalb ihrer Partei über großes Ansehen verfügten.

Nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten wurde Putz am 19. Juli 1933 verhaftet. Er starb nach schweren Folterungen am 15. September 1933 im Untersuchungsgefängnis Moabit; vermutlich wurde er ermordet.

Ehrungen

Gedenktafeln am Reichstag

In Bad Brückenau und in Sangerhausen im Viertel „Am Bergmann“ sind Straßen nach Ernst Putz benannt. In Unterweid in Thüringen trägt die Grundschule den Namen von Ernst Putz. Seit 1992 erinnert in Berlin in der Nähe des Reichstags eine der 96 Gedenktafeln für von den Nationalsozialisten ermordete Reichstagsabgeordnete an Putz.

Werke

  • Mißernte, Steuerlast – der Bauern Not. Die Bauerntagung in Gersfeld und ihre Lehren. Neues Dorf, Berlin 1924.
  • Wir Bauern wollen keinen Krieg! Neues Dorf, Berlin 1927.
  • Bauer wen wählst Du? Internationaler Arbeiter-Verlag, Berlin 1928.
  • Rede vor dem Reichstag am 3. Mai 1929.
  • Bauer Giesbrecht wandert zurück nach Sibirien. Erlebnisse eines mennonitischen Rußlandsflüchtlings. Internationaler Arbeiter-Verlag, Berlin 1930. (gemeinsam mit Heinrich Kornelius Giesbrecht)
  • Flucht aus Russland. Wer wandert aus? Internationaler Arbeiter-Verlag, Berlin 1930.
  • Der Bauer mit dem Traktor. Kollektivwirtschaften und Staatsgüter in der Sowjetunion. Internationaler Arbeiter-Verlag, Berlin 1930.
  • Ein Dorf im Kaukasus. Rechenschaftsbericht einer Kollektivwirtschaft. Westdeutsche Buchdruckerwerkstätten, Berlin 1932.
  • Christliches Landvolk und Kommunisten. Religion, Ehe, Familie. Hrsg. von der Kommunistischen Partei Deutschlands. Westdeutsche Buchdruckerwerkstätten, Düsseldorf 1932.
  • Deutsche Bauern in Sowjet-Rußland. Zwanzig deutsche Bauern reisen durch die Sowjetunion. Putz, Sinntalhof 1932. Digitalisat

Literatur

  • Alois Hönig: Ernst Putz, ein kommunistischer Bauernführer. Rostock 1969 (Phil. F., Diss. v. 25. Okt. 1969)
  • I. Hildebrandt, Alois Hönig: Putz, Ernst. In: Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung. Biographisches Lexikon. Dietz Verlag, Berlin 1970, S. 370–371.
  • Putz, Ernst. In: Deutsche Widerstandskämpfer 1933–1945. Biographien und Briefe. Band 2. Dietz Verlag, Berlin 1970, S. 65–67.
  • Hedwig Glasneck: Ernst Putz. 1896–1933. In: Kommunisten im Reichstag. Verlag Marxistische Blätter, Frankfurt / M. 1980, S. 459–464.
  • Martin Schumacher (Hrsg.): M.d.R. Die Reichstagsabgeordneten der Weimarer Republik in der Zeit des Nationalsozialismus. Politische Verfolgung, Emigration und Ausbürgerung 1933–1945. Droste-Verlag, Düsseldorf 1991, ISBN 3-7700-5162-9, S. 443.
  • Putz, Ernst. In: Hermann Weber, Andreas Herbst: Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945. 2., überarb. und stark erw. Auflage. Karl Dietz Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-320-02130-6.