

Introduction
Cornelia Betsch (* 2. März 1979 in Witten) ist eine deutsche Psychologin und Gesundheitswissenschaftlerin.
Leben
Betsch absolvierte ihr Abitur 1998 am Carl-Benz-Gymnasium in Ladenburg. Sie ging zum Studium an die Universität Heidelberg, an der sie 2002 ein Diplom in Psychologie erhielt, bevor sie ab 2003 Mitarbeiterin an Projekten von Klaus Fiedler und Henning Plessner an den Universitäten von Heidelberg und Mannheim wurde. Ihre Promotion zum Dr. phil. erfolgte 2006 in Heidelberg mit der Dissertation Preference for intuition and deliberation–measurement and consequences of affect-and cognition based decision making. 2007 wechselte sie an die Universität Erfurt, an der sie am Center for Empirical Research in Economics and Behavioral Sciences (CEREB) tätig wurde. 2008 beförderte man sie zur Akademische Rätin auf Zeit. Ihre Habilitation mit der Arbeit Die Rolle von Risikowahrnehmung und Risikokommunikation bei Präventionsentscheidungen am Beispiel der Impfentscheidung erfolgte 2013 in Erfurt. Anschließend lehrte und forschte sie dort als Privatdozentin im Rang einer Akademischen Oberrätin auf Zeit.
Betsch wurde 2017 Heisenberg-Professorin für Gesundheitskommunikation an der Erfurter Universität, an der sie mit Constanze Rossmann einen Masterstudiengang zu Gesundheitskommunikation entwickelt hat. Sie forscht unter anderem im Feld Gesundheitskommunikation und zu sozialen Aspekten bei Gesundheitsentscheidungen, insbesondere im Kontext des Impfens und der Impfgegnerschaft. Dabei arbeitet sie unter anderem mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, dem Robert Koch-Institut und der Weltgesundheitsorganisation zusammen. Sie ist außerdem mit dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) verbunden. Darüber hinaus ist sie Gründerin und Mitglied des GENIA-Netzwerks (Gesundheitsforschung: Erfurter Netzwerk für interdisziplinären Austausch in Forschung, Lehre und Praxis).
Einer größeren Öffentlichkeit wurde sie bekannt durch Presseinterviews und Berichterstattung zum Thema Impfgegnerschaft, zu der sie Forschung betrieben hat und als Expertin gehört wurde.
Betsch engagiert sich für die Beachtung sozial- und verhaltenswissenschaftlicher Forschung auch bei der Gesetzgebung und verfasste mehrere Stellungnahmen und Diskussionspapiere zur Impfpflicht.
Werke (Auswahl)
- mit Robert Böhm, Philipp Schmid, et al.: Impfverhalten psychologisch erklären, messen und verändern. In: Bundesgesundheitsblatt, 2019, S. 1–10.
- mit Eckart von Hirschhausen und Vera Zylka-Menhorn: Impfberatung in der Praxis: Professionelle Gesprächsführung – wenn Reden Gold wert ist. In: Deutsches Ärzteblatt International 2019, 116 (11), A-520.
- mit Robert Böhm: Moral values do not affect prosocial vaccination. In: Nature Human Behaviour 2018, 2, S. 881–882.
- mit Robert Böhm: Detrimental Effects of Introducing Partial Compulsory Vaccination: Experimental Evidence. In: European Journal of Public Health 2016, 26(3), S. 378–381.
- mit Robert Böhm. und Gretchen Chapman: Using Behavioral Insights to Increase Vaccination Policy Effectiveness. In: Policy Insights from the Behavioral and Brain Sciences 2015, 2, S. 61–73.
- mit Henning Plessner und Tilmann Betsch: Intuition in judgment and decision making. Lawrence Erlbaum, Mahwah, N.J. 2008, ISBN 978-0805857412.