

Introduction
Chrysanthus (altgriechisch Chrysanthos, eingedeutscht auch Chrysanth) war ein frühchristlicher Märtyrer, gestorben vermutlich unter der Herrschaft des römischen Kaisers Diokletian um das Jahr 304, nach anderen Angaben schon 283/284 unter seinem Vorgänger Numerian oder noch dessen Vater und Vorgänger Carus (Kaiser von 282 bis 283). Chrysantus wird in der römisch-katholischen Kirche und den orthodoxen Kirchen als Heiliger verehrt.
Leben
Chrysanthus soll der Sohn eines Polemius oder Polimius aus Alexandria (Ägypten) gewesen sein. Nachdem er mit seinem Vater nach Rom gekommen war, ließ er sich taufen. Er begegnete der Vestalin Daria, bekehrte sie und heiratete sie. Auf Anordnung des Stadtpräfekten sollen beide wegen ihres Glaubens verhaftet worden sein, bekehrten aber auch den Haftrichter, seine Familie und weitere Personen. Chrysanthus wurde nun eingekerkert und gefoltert; Daria soll in ein Bordell gezwungen, jedoch von einem Löwen beschützt worden sein. In einer Grube an der Via Salaria sollen beide dann bei lebendigem Leib begraben worden sein. Der Überlieferung zufolge nach starben Chrysanthus und Daria am 25. Oktober und wurden in einem gemeinsamen Grab in der Nekropole des Thrason an der Via Salaria Nuova bestattet.
Namensbedeutung
Der altgriechische Name Chrysanthos (latinisiert zu Chrysanthus) ist zusammengesetzt aus chrysós (Ο χρυσος, „Gold“) und ánthos (Το ανθος, „Blüte, Blume“); siehe auch chrisánthemo (χρυσάνθεμο): Chrysantheme.
Verehrung
Bereits Papst Damasus I. (366–384) ließ das Grab mit einer Inschrift versehen. Im 7. Jahrhundert gab es eine den beiden Heiligen geweihte Kirche. Die erste bekannte Darstellung, datiert etwa um 560, fand man auf Wandmosaiken in der Kirche Sant’Apollinare Nuovo in Ravenna, in der Darstellung der Prozession der Märtyrer.
Im Jahr 844 ließ der dritte Abt von Prüm, der sel. Markward, im Auftrag von Kaiser Lothar die von Papst Sergius II. dem Abt auf einer Romreise geschenkten Reliquien der beiden Märtyrer nach Prüm überführen, 848 in sein Tochterkloster in Bad Münstereifel. Die Stiftskirche St. Chrysanthus und Daria aus dem Jahr 1100 wurde den Heiligen geweiht. Reliquien der beiden Märtyrer sind auch in anderen Kirchen vorhanden, so in St. Chrysanthus und Daria in Haan und eine Reliquie des hl. Chrysanthus in Mönchengladbach.
Als Gedenktag der beiden Märtyrer wird in der römisch-katholischen Kirche der 25. Oktober begangen, in den orthodoxen Kirchen der 19. März.
Ikonographie und Literatur
Der hl. Chrysanthus wird in der Ikonographie in der Regel dargestellt als junger Märtyrer oder Ritter, beide Heilige mit den Attributen ihres Martyriums, dem Palmzweig, Löwen, Fackeln und einer Axt. Der hl. Chrysanthus wird im ländlichen Raum vor allem zur Vorbeugung gegen Viehkrankheiten angerufen. Chrysanthus und Daria sind zudem Schutzpatrone der Richter.
Der spanische Dichter Pedro Calderón de la Barca verfasste über das Märtyrerpaar im frühen 17. Jahrhundert ein geistliches Theaterspiel mit dem Titel Los dos amantes del cielo (Die zwei Liebenden des Himmels).
Literatur
- Bruno W. Häuptli: Chrysanthus und Daria. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 25, Bautz, Nordhausen 2005, ISBN 3-88309-332-7, Sp. 237–241.
- Eintrag in der Catholic Encyclopedia, Robert Appleton Company, New York 1913.
- Paul W. Roth: Soldatenheilige, Verlag Styria, Graz Wien Köln, 1993, ISBN 3-222-12185-0