

Introduction
Karl Schlayer, auch Carl Robert Schlayer, (* 21. Oktober 1875 in Reutlingen; † 2. Oktober 1937 in Berlin) war ein deutscher Internist, Hochschullehrer und Wegbereiter des Berufes der Diätassistentin/des Diätassistenten.
Leben
Schlayer studierte Medizin an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin und wurde 1895 Mitglied, später Ehrenmitglied des Corps Marchia Berlin.
Als promovierter und habilitierter Internist wurde er 1912 Professor an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen und 1913 an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Ab 1921 leitete er das Kaiserin-Augusta-Hospital in Berlin. Dort richtete er die in Deutschland erste Diätküche ein und engagierte sich, zusammen mit seinem Oberarzt Joachim Prüfer und der Diätschwester Johanna Kunath, für staatliche Ausbildungsnormen einer Ausbildung zur Diätschwester. Carl Robert Schlayer, Joachim Prüfer und Johanna Kunath gaben im Jahr 1935 die erste Auflage eines "Lehrbuchs der Krankenernährung" heraus, wobei Johanna Prüfer den Rezeptteil verfasste. Das Lehrbuch erschien in insgesamt sieben Auflagen. Nebst seinen Arbeiten zur Volksernährung und speziell zur Krankenernährung befasste sich Schlayer auch mit der Beschäftigungstherapie.
Schlayer befasste sich zudem mit Nervenkrankheiten und entwickelte Funktionstests der Nieren.
Im Jahr 1924 wurde Antonie Zerwer Oberin des Säuglingsheim am Kaiserin-Augusta-Hospital. Sie legte ihren Arbeitsschwerpunkt auf die Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit und schrieb eine Säuglingsfibel.
Vom Kaiserin-Augusta-Hospital gingen somit in der Zeit der Weimarer Republik durch Schlayer, Prüfer, Kunath und Zerwer wichtige Impulse für die Entwicklung der „Mittleren Medizinischen Fachberufe (MMF - so die Bezeichnung in der späteren DDR)“ bzw. nichtärztlichen Heilhilfsberufe oder aber auch Pflegeberufe (so die Bezeichnung in der späteren BRD) aus.
Entsprechende Anstrengungen an der Charité durch den Verwaltungsdirektor Ernst Pütter gemeinsam mit der Küchenoberschwester Helene Büttner, Fortbildungskurse für Charitéschwestern in der Diätküche einzurichten, erfolgten zeitlich nachgeordnet erst ab dem Jahr 1927.
Werke (Auswahl)
- Lehrbuch der pathologischen Physiologie für Studenten und Ärzte. Leipzig 1922.
- mit Anna Wiest: Leitfaden für Arbeitsbehandlung von Kranken und Genesenden sowie für die Hand des Kranken, Enke Verlag Stuttgart 1934.
- mit Joachim Prüfer und Johanna Kunath: Lehrbuch der Krankenernährung, 1. Aufl. Urban&Schwarzenberg, München, Berlin, Wien 1935, insgesamt sieben Auflagen, Rezeptteil von Johanna Kunath.
- mit M. Nothnagel: Für wenig Geld eine gute Ernährung: ein Volkskochbuch, Schriftenreihe der Reichsarbeitsgemeinschaft für Volkersernährung, Leipzig 1936.
- Die Nierenkrankheiten in der Praxis, 2. Auflage. München 1939.
Literatur
- Schlayer, Carl, Robert in Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft - Das Handbuch der Persönlichkeiten in Wort und Bild. Zweiter Band, S. 1635, Deutscher Wirtschaftsverlag, Berlin 1931.
- L. Kretschmer-Dehnhardt: Schlayer-Prüfer: Lehrbuch der Krankenernährung. Teil I: Allgemeine und spezielle Diätetik 1957, Buchbesprechung, in: Deutsche Schwestern Zeitung. Zeitschrift für die Kranken- und Kinderkrankenpflege (Hauptschriftleiterin Oberin Lisa Schleiermacher), W. Kohlhammer Stuttgart, 11 Jg., Heft 8, 08/1958, S. 317, Leitartikel der Ausgabe: Dietrich Berg, Gotthard Schettler: Fettproblem und Ernährung.