

Introduction
Benar Heifetz (* 29. November/ 11. Dezember 1899 in Mogilev, Russland; † 8. April 1974 in Manhasset, New York) war ein russisch-amerikanischer Cellist.
Familie
Heifetz wurde in einer Kleinstadt geboren, aus der eine überdurchschnittlich große Zahl musisch begabter Menschen stammt. So kommen beispielsweise Modest Altschuler, der Gründer der Russischen Symphonie in New York, und der Komponist Irving Berlin aus Mogilev.
Heifetz heiratete die Pianistin und Musikpädagogin Olga Wolfsthal, die Ehefrau des sehr früh verstorbenen Violinisten und Carl-Flesch-Schülers Josef Wolfsthal. Sie brachte aus dieser Ehe eine kleine Tochter mit in ihre dritte Ehe. Vor Wolfsthal war sie bereits mit George Szell verheiratet.
Der Familienname ist – in unterschiedlichen Schreibweisen – sehr weit verbreitet, über die verwandtschaftlichen Beziehungen ist wenig bis nichts belegt. Es gibt zwar immer wieder Fundstellen, in denen eine Verwandtschaft zu anderen Heifetz' kolportiert wird. Wegen der Berühmtheit des Violinisten Jascha Heifetz beispielsweise haben in der Vergangenheit viele eine direkte oder indirekte Verwandtschaft behauptet, bewiesen wurde sie in keinem bekannten Fall.
Studium
Benar Heifetz studierte bei Julius Klengel am Konservatorium in Leipzig, wo er zusammen mit Emanuel Feuermann und Gregor Piatigorsky zu dessen herausragenden Schülern zählte. Innerhalb von Klengels Celloklasse war Benar Heifetz der Beste.
Ensembles
Zwischen 1927 und 1939 spielte er innerhalb des ersten Kolisch-Quartetts, das 1921 oder 1922 als Wiener Streichquartett gegründet worden war. Die Besetzung Rudolf Kolisch (Erste Geige), Felix Khuner (Zweite Geige) und Eugen Lehner (br), fokussierte auf Neue Musik, Kolisch ist der Schwager von Arnold Schönberg. Zur Saison 1939/40 war Heifetz als Chefcellist Mitglied des Philadelphia Orchestra. Eugene Ormandy berief im November 1939 Samuel Mayes als weiteren Vize-Chefcellisten. Nach dem Ende der Saison 1942/43 wechselte Heifetz zum NBC Symphony Orchestra, das von Arturo Toscanini dirigiert wurde. Von 1943 bis zum Ende der Toscanini-Ära 1954 wurden die ersten Bratschen mit Carlton Cooley und Milton Katims besetzt, während die ersten Celli mit Frank Miller und Benar Heifetz besetzt waren.
Heifetz spielte am 7. April 1930 auch mit dem Arnold Schönberg verbundenen Wiener Pierrot lunaire-Ensemble, das mit Erwin Stein (cond), Erika Stiedry-Wagner (voc), Rudolf Kolisch (vl, br), Viktor Polatschek (cl), Joachim Stutschewsky (clo), Franz Wangler (fl, picc) und Eduard Steuermann (p) in der Central Hall Westminster eine Konzertreise absolvierte.
Als prominentes Beispiel für Heifetz’ Cello-Performance darf das Konzert mit Camille Saint-Saëns' Karneval der Tiere gelten, welches am 27. November 1939 aufgenommen wurde,.
Während der 1940er Jahre spielte Heifetz mit dem Budapester Streichquartett. Mindestens in der zweiten Hälfte der 1960er und der ersten Hälfte der 1970er Jahre trat er mit dem Balsam-Kroll-Heifetz-Trio auf.
Ein Schüler von Benar Heifetz war Jules Eskin. Heifetz starb im Alter von 74 Jahren. Während sein Geburtsdatum unstrittig zu sein scheint, gilt dies für sein Sterbedatum nicht. Es finden sich differierende Angaben, auch in sonst seriösen Quellen.