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Walter Letsch

The basics
About
Date of birth
Date of death 1965
Political party Nazi Party
The details
Biography

Theodor Ernst Walter Letsch (* 1895; † 1965) war ein deutscher Staatsbeamter in der Arbeitsverwaltung.

Leben und Tätigkeit

Nach dem Schulbesuch studierte Letsch von 1914 bis 1922 Wirtschaftswissenschaften an der Universität Breslau. Unterbrochen wurde sein Studium von 1914 bis 1918 durch die Teilnahme am Ersten Weltkrieg, in dem er den Rang eines Leutnants der Reserve erreichte.

Von 1922 bis 1928 arbeitete letsch als Syndikus bei verschiedenen bauwirtschaftlichen Arbeitgeberverbänden in Breslau. Zudem schloss er 1923 die Promotion zum Doktor der Wirtschaftswissenschaften an der Breslauer Universität ab.

Von 1928 bis 1934 bekleidete Letsch den Posten des Leiters des Arbeitsamtes in Waldenburg (Niederschlesien). Danach wurde er von 1934 bis Ende 1935 als Referent und Abteilungsleiter beim Landesarbeitsamt Schlesien in Breslau verwendet. 1936 wurde er zur Hauptstelle der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung in Berlin versetzt, wo er als Referent in der Abteilung für Arbeitsvermittlung eingesetzt wurde.

1933 war Letsch in die NSDAP eingetreten. Außerdem gehörte er von 1933 bis 1936 der SA-Reserve an, zuletzt im Rang eines Rottenführers.

Anlässlich der Auflösung der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und ihrer Eingliederung in das Reichsarbeitsministerium im Jahr 1939 wurde Letsch in dieses Ministerium versetzt, in dem er als Referent in der Abteilung für Arbeitslosenvermittlung und Berufsberatung verwendet wurde. Seit 1943 leitete Letsch - seit 1941 im Rang eines Ministerialrates stehend - als Leiter des Referates VIa. So war er 1941 u.a. an der Bereitstellung von Arbeitern für den Bau des Werkes Auschwitz beteiligt. Seit April 1942 unterstand die Abteilung VI, zu der Letschs Referat VIa gehörte, dem Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz Fritz Sauckel. In diesem Zusammenhang war er für die zentrale Organisierung der Verteilung von in Osteuropa - vielfach zwangsweise - angeworbenen und nach Deutschland transportierten Arbeitskräften auf bestimmte Gebiete innerhalb des Reichsgebietes zuständig, wobei er eng mit dem Ministerium für die besetzten Ostgebiete und dem SS-Hauptamt zusammenarbeitete. Infolgedessen nahm er - zusammen mit Sauckel - an zahlreichen Besprechungen mit Alfred Rosenberg und Gottlob Berger, die sich um den Einsatz von Ostarbeitern drehten, teil.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Letsch von den Alliierten verhaftet. Er wurde im Zuge der Nürnberger Prozesse zeitweise als Angeklagter im Prozess gegen die Reichsministerien in Betracht gezogen. So hieß er in einem Bericht vom Februar 1947, dass er als "außerordentlich wichtiger Zeuge, wenn nicht gar als potentieller Angeklagter" ("an excellent witness, if not a potential defendant") für den Prozess gegen Gottlob Berger wegen des Einsatzes von Zivilpersonen und Kriegsgefangenen als Sklavenarbeiter in Deutschland während des Zweiten Weltkriegs ins Auge zu fassen sei. Spätestens im September 1947 wurde hiervon jedoch Abstand genommen und er nicht mehr als Angeklagter in Erwägung gezogen. Letztlich wurde er insbesondere als Zeuge beim Krupp-Prozess eingesetzt.

Schriften

  • Der deutsche relative Staatssozialismus (1878–1918). Ein wirtschaftspolitischer Beitrag zu dem Verhältnis von Staat und Wirtschaft. Breslau 1923 (Dissertation).
  • Die Beschränkungen des Arbeitsplatzwechsels. In: Monatshefte für NS-Sozialpolitik 1939, S. 129ff.
  • Der Einsatz gewerblicher auslandischer Arbeitskrafte in Deutschland. in: Reichsarbeitsblatt Nr. 3/1941, S. 42–45.

Literatur

  • Andrea Loew: Deutsches Reich und Protektorat September 1939 – September 1941 (= Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945 Bd. 3). Oldenbourg, München 2012, ISBN 978-3-486-58524-7, S. 236 Anm. 3.

Anmerkungen


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