

Introduction
Ulrich Rasche (* 1969 in Bochum) ist ein deutscher Regisseur und Bühnenbildner.
Leben
Ulrich Rasche hat sich als Regisseur mit formstrengen Chorprojekten einen Namen gemacht. Nach einem Studium der Kunstgeschichte sammelte Rasche Theatererfahrungen bei Jürgen Kruse in Bochum und bei Edith Clever, Dieter Sturm und Robert Wilson an der Schaubühne am Lehniner Platz. Außerdem war er Stipendiat am Wilsons Watermill Center bei Southampton (USA). Es folgten Arbeiten am Staatstheater Stuttgart, der Volksbühne Berlin, dem Theater Bonn, den Sophiensälen Berlin sowie bei den Wiener Festwochen. Am Schauspiel Frankfurt inszenierte er 2010 „Wilhelm Meister. Eine theatralische Sendung“. 2014 koproduzierte er mit den Sophiensälen Berlin, dem Kunstfest Weimar, dem Schauspiel Frankfurt und Kampnagel Hamburg „Die kosmische Oktave“ von Nis-Momme Stockmann. Seine Inszenierung von „Dantons Tod“ 2015 am Schauspiel Frankfurt wurde als „überwältigendes Revolutions-Oratorium“ (SZ) gefeiert. Rasche wurde zudem 2013 mit dem Kunstpreis der Akademie der Künste Berlin ausgezeichnet.
2017 wurde sein Entwurf für Die Räuber am Münchner Residenztheater von der Kritikerumfrage der Zeitschrift Theater heute zum Bühnenbild des Jahres gewählt.
Einladungen zum Berliner Theatertreffen
2017 wurde Ulrich Rasche mit seiner Inszenierung Die Räuber zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Die Jury schrieb in ihrer Begründung: „In einer Epoche der aufkommenden Massenbewegungen, da sich Demokratiefeinde auf Marktplätzen wie auf Social-Media-Plattformen gegen die offene Gesellschaft formieren, bietet Ulrich Rasches eigenwillig strenges und über Jahre verfeinertes Chortheater das Kunstwerk der Stunde. Rasche platziert seine Spieler*innen auf riesigen Laufbändern, die wie Panzerketten rotieren, sich gen Himmel heben und gen Abgrund neigen. Egal ob der Moor’sche Haushalt, der vom Intriganten Franz gekapert wird, oder die Räuberhorde um Karl Moor – alle schreiten wie Galeerensklaven einher; alle geraten in den Sog der Masse, den Rasches Komponist Ari Benjamin Meyers mit meditativen, archaischen Trommelkompositionen kongenial orchestriert. An diesem opernhaften, düsteren Abend verdichten sich die Durchbruchsphantasien und die Kritik der Instanzen, die Schillers Protagonist*innen entflammen, zum apokalyptischen Mahnmal.“ Wegen des besonders aufwändigen Bühnenbilds war die Inszenierung selbst beim Berliner Theatertreffen nicht zu sehen. Stattdessen wurde am 21. Mai 2017 eine Fernsehaufzeichnung, die 3sat von der Münchener Inszenierung erstellt hatte, als "Preview" gezeigt.
2018 wurde Rasches Baseler Woyzeck-Inszenierung für das Theatertreffen ausgewählt.
2019 wurden sowohl Die Perser, eine Koproduktion zischen den Salzburger Festspiele und dem Schauspiel Frankfurt, als auch Das große Heft am Staatsschauspiel Dresden für die 10er-Auswahl nominiert. Letztere Inszenierung wurde nach Berlin eingeladen.
Regie und Bühne (Auszug)
- 2015 Dantons Tod von Georg Büchner am Schauspiel Frankfurt
- 2015 Das Erdbeben in Chili von Heinrich von Kleist am Konzert Theater Bern
- 2016 Die Räuber von Friedrich Schiller am Residenztheater München
- 2017 Woyzeck von Georg Büchner am Theater Basel
- 2018 Das große Heft von Ágota Kristóf am Staatsschauspiel Dresden
- 2018 Die Perser von Aischylos am Schauspiel Frankfurt, eine Koproduktion mit den Salzburger Festspielen
- 2019 Elektra von Hugo von Hofmannsthal am Residenztheater München