Rudolf Moos
Deutsch-jüdischer Unternehmer

Rudolf Moos

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Deutsch-jüdischer Unternehmer
Gender:
Male
Places:
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Birth:
1866(Bad Buchau, Germany)
Death:
9 October 1951
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Biography

Introduction

Rudolf Moos (geboren 25. November 1866 in Buchau, Königreich Württemberg; gestorben 9. Oktober 1951 in Birmingham) war ein deutsch-jüdischer Unternehmer, Mitbegründer der Marke „Salamander“.

Werdegang

Rudolf Moos wurde als Sohn des jüdischen Lederwarenhändlers Heinrich Moos (1834–1891) und dessen Ehefrau Karoline Moos (* 1840) im oberschwäbischen Buchau geboren. Er war ein Cousin 2. Grades des Physikers Albert Einstein und verwandt mit dem Geologen August Moos. 1871 zog die Familie, zu der inzwischen der Bruder Heinrich dazugehörte, nach Ulm. Hier besuchte Rudolf die Schule und arbeitete nach dem Schulabschluss zunächst in der Lederwarenhandlung seines Vaters. Im Jahre 1891 starb der Vater und Rudolf Moos übernahm die Leitung der Firma. Die Anzeige eines Juweliers für eine Brosche in einer englischen Zeitung, in der Form einer Eidechse, inspirierte ihn zur Entwicklung eines Markenzeichens für sein Unternehmen. Das war die Geburtsstunde einer Eidechse als Warenzeichen, die dann zunächst auf den Dosen einer von Moos entwickelten Schuhcreme prangte. Am 5. Dezember 1899 wurde die Marke beim Kaiserlichen Patentamt in Berlin als Warenzeichen eingetragen.

Inzwischen hatte Rudolf Moos Gertrud (Trude) Heinrichsdorff (1876–1959) geheiratet und ihr erster Sohn Heinrich (Henry) (1901–1976) wurde in Berlin geboren.

Zum damaligen Zeitpunkt kostete ein Paar Herrenschuhe ca. 20 Mark und Rudolf Moos hatte die Idee, Schuhe für weniger Geld auf den Markt zu bringen. So schrieb er 1904 einen Wettbewerb aus, für den sich die in Kornwestheim ansässige Schuhfabrikation Jacob Sigle und Max Levi qualifizierte. Sie boten an, Schuhe für 12,50 Mark herstellen zu können. Daraufhin ließ Rudolf Moor am 8. Mai 1904 sein eingetragenes Warenzeichen beim Kaiserlichen Patentamt in einen Salamander ändern und gründete 1905 gemeinsam mit der Schuhfabrik Jacob Sigle die „Schuhverkaufs GmbH Salamander“. Jeder der beiden Gesellschafter hielt 50 % der Anteile. Während die Produktion in den angestammten Werkstätten in Kornwestheim erweitert wurde, war der umtriebige Max Levi (1868–1924) für das Marketing und den Verkauf zuständig. Noch im gleichen Jahr wurde die erste Salamander-Filiale in Berlin gegründet. 1906 kamen vier weitere Geschäfte in anderen Großstädten Deutschlands hinzu und die erste Filiale außerhalb Deutschlands wurde 1908 eröffnet. In den Schuhwerkstätten Kornwestheims gelang es, die Produktion so zu entwickeln, dass 1909 durch die 2.800 Mitarbeiter 2 Millionen Paar Schuhe hergestellt werden konnten. Im gleichen Jahr liefen auch die ersten größeren Werbekampagnen für „Salamander-Schuhe“ an. Als es zum Jahresende zu Unstimmigkeiten zwischen den Gesellschaftern kam, verkaufte Moos seine Geschäftsanteile.

In den Folgejahren bemühte er sich darum, im Berlin-Potsdamer Raum eine neue Produktionsstätte für die Schuhherstellung zu finden. Vorsorglich hatte er sich dafür bereits die Namen „Puma“ und „Fasan“ beim Patentamt in Berlin sichern lassen. Im Jahre 1911 verständigten sich Rudolf Moos mit den beiden Inhabern der Nowaweser Schuhfabrik „Haase & Russ“, Jacques Russ (1867–1930) und Haase, die ihren Geschäftssitz seit 1900 in der Retzower Straße (heutige Benzstraße) in Nowawes hatten. Gemeinsam gründeten sie die Firma Puma GmbH und ließen das Markenzeichen am 30. August 1912 beim kaiserlichen Patentamt aktualisieren. Unter diesem Logo wurden vor allem Herrenschuhe hergestellt. Der Markenname war bis 1941 gesichert, da die Markeninhaber aber jüdischer Herkunft waren, wurde der Name während der NS-Zeit amtlich gelöscht. Unter der Markenbezeichnung „Fasan“ wurden Frauenschuhe hergestellt. Später kam noch eine dritte Marke der „Stephan-Schuh“ dazu, der im Auftrag des Produktdesigners Otto Stephan, ebenfalls aus Nowawes, produziert wurde. Um die bisherigen Produktionsstätten zu erweitern, kaufte die Puma GmbH ein großes Grundstück am Potsdamer Horstweg; der Aufbau der neuen Fabrikräume wurden aber wegen des beginnenden 1. Weltkrieges nicht realisiert.

Von seinem Freund, dem Architekten August Endell (1871–1925), ließ sich Rudolf Moos 1913 am Rande dieses Geländes unter der Adresse Horstweg 10 ein Wohnhaus errichten. Dieses Haus erhielt zu seiner Fertigstellung der Namen „Villa Moosgarten“, da auch noch eine Gärtnerei dazu entstand. Diese Villa entwickelte sich in den 1920er und beginnenden 1930er Jahren zu einem beliebten Treffpunkt die Familien Moos und Einstein. Bis 1933 war Albert Einstein (1879–1955) mehrfach gern gesehener Gast in diesem Haus. Zum 25. Geschäftsjubiläum hatte die Schuhfabrikation bereits 350 Angestellte und im gleichen Jahr begannen die Söhne von Jacques Russ, Werner Russ und Walter Russ, in der Geschäftsführung mitzuarbeiten.Auf Grund der guten handwerklichen Qualität der Schuhproduktion arbeiteten Rudolf Moos und Jacques Russ in mehreren Ausschüssen und Verbänden der Leder- und Schuhindustrie sowie in Ausschüssen des Handwerkes mit. Die zum Grundstück der Villa „Moosgarten“ gehörende Gärtnerei wurde 1929 eingestellt und die damit freiwerdenden Flächen den Beschäftigten der Schuhfabrikation zur Nutzung als Schrebergärten zur Verfügung gestellt. Das schaffte eine gute Bindung der Belegschaft an die am Standort Nowawes betriebenen Schuhwerkstätten. Nach dem Tod von Jacques Russ 1930 und mehreren Fehlentscheidungen bei einem der Hauptabnehmer der hergestellten Schuhe, dem KaDeWe (Kaufhaus des Westens in Berlin Tauenzienstraße), geriet die Firma in große finanzielle Schwierigkeiten.

Nach der Machtübernahme des NS-Regimes 1933 verschärften sich die Rahmenbedingungen noch weiter. Rudolf Moos verlor auf Grund der NS-Rassengesetze alle öffentlichen Ämter. Durch seine jüdische Herkunft wurde er bei staatlichen Aufträgen ausgeschlossen. Bis 1938 spitzte sich die Situation so weit zu, dass er für 10 Tage von der Gestapo verhaftet wurde. Nach der Zahlung der sogenannten „Reichsfluchtsteuer“ in Höhe von 42.000 Reichsmark konnten er und seine Frau 1939 Deutschland in Richtung Großbritannien verlassen. Beide siedelten sich in Birmingham (Vereinigtes Königreich) neu an.

Rudolf Moos verstarb am 9. Oktober 1951 in Birmingham,

Literatur

  • Rudolf Moos: Journey of Hope and Despair: Volume I. Rise and Fall, 2010. Volume II, 2010.
  • Irmgard Sedler: Im Zeichen des Salamanders. Firmengeschichte in Selbstzeugnissen. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2014
  • Moos, Rudolf, in: Werner Röder, Herbert A. Strauss (Hrsg.): Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933. Bd. 1: Politik, Wirtschaft, Öffentliches Leben. München : Saur 1980, S. 507