

Introduction
Gunter Frank (geboren 1963 in Buchen (Odenwald)) ist ein deutscher Arzt, Dozent, Gesundheitsberater und Publizist.
Frank studierte Humanmedizin in Heidelberg und Chicago.
Er ist Fachbereichsleiter an der Business School St. Gallen und Autor mehrerer Bücher zu den Themen Gesundheit und Ernährung. Frank ist Allgemeinmediziner, betreibt eine eigene Praxis in Heidelberg und tritt in den Medien des Öfteren als Kritiker des deutschen Gesundheitssystems auf. Frank ist wissenschaftlicher Leiter der 2013 gegründeten Business Health Academy und arbeitet am Olympiastützpunkt Rhein-Neckar mit olympischen Spitzensportlern zusammen.
Gunter Frank ist Leiter des Heidelberger Präventions- und Gesundheitsnetzes und Vorstandsmitglied des Europäischen Instituts für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften (EULE e.V.). Er ist publizistisch tätig, u. a. für Achse des Guten. Er organisiert zudem Workshops zu Studienstatistik und korrekter Publikation von Studienergebnissen.
Ernährungswissenschaftliche Positionen
Gunter Frank kritisiert die schwache Datengrundlage für die viele Ernährungsempfehlungen. Vorwiegend basieren diese auf Beobachtungsstudien, die zwar Korrelationen, nicht aber Kausalitäten deutlich machen können. Er fordert einen ehrlichen Umgang mit Normwerten, Risikofaktoren und Richtlinien, um eine Manipulation von Patienten zu verhindern. Die Rolle der Ernährung bei der Gesunderhaltung hält Frank für deutlich überschätzt. Die Schädlichkeit von einem Übermaß an Fett, Salz oder Zucker sei nie erwiesen worden.
Gunter Frank postuliert, dass pflanzenbetonte Kost nicht für den Menschen geeignet sei. Viele Gemüse und Getreide produzierten Abwehrstoffe, die nur durch althergebrachte Verarbeitungsweisen beseitigt werden können. Daher befürwortet Frank das Kochen, Schälen und Salzen von Lebensmitteln. Gunter Frank plädiert daher für eine Rückkehr zu traditionellen Zubereitungsformen. Pommes frites bewertet er als angemessenes Lebensmittel für Kinder, da bei der Zubereitung pflanzliche Giftstoffe zerstört würden. Auch Zuckerzusätze, z. B. in Tomatensoße rechtfertigt er mit biochemischer Begründung.
Frank kritisiert Vegetarismus und Veganismus.
Frank hält die Problematisierung der Adipositas für übertrieben. Übergewicht führe nur in Extremformen zu Gesundheitsschäden. Diäten und Abnehmprogramme lehnt er ab, weil die Evidenz für einen langfristigen Erfolg und Nutzen fehle. Wesentliche Risikofaktoren für Übergewicht seien Stress und die Genetik. Relevanter als Überernährung sei in Deutschland das Risiko für Unterernährung und Essstörungen.
Frank empfiehlt einen entspannten Umgang mit der Ernährung und rät, das zu essen, was schmeckt und was man verträgt. Der Mensch besäße ein ausreichendes Körpergefühl dazu, welches Essen situativ oder generell das Richtige sei. Gesunde Erwachsene könnten daher beruhigt zu Fast Food greifen, wenn ihre körpereigenen Signale ihnen einen Bedarf danach vermitteln. So sei ein Vorteil für Vollkornprodukte gegenüber Weißmehl nicht gezeigt. Gemüse könne man beruhigt kochen, Rohkost nicht empfehlenswert.
Gunter Frank spricht sich gegen Ernährungsratgeber aus, weil sich diese nach seiner Meinung auf unzureichende Daten bezögen.
Politische Positionen
Gunter Frank ist ein Kritiker der deutschen Migrationspolitik nach 2015. Er beklagt zudem die geringe mediale Darstellung des „muslimischen Alltagsextremismus“, die Verharmlosung linksextremistischer Aktionen und äußert die Sorge, dass eine „rechte politische Einstellung“ heute das gleiche Stigma trägt wie es früher für dicke Menschen galt.
Rezeption
Franks Positionen werden in einigen Punkten von anderen Ernährungsexperten geteilt, so wird seine Kritik an der problematischen Datengrundlage vieler Empfehlungen bestätigt. Auch Kritik an falschen Anreizen im Gesundheitswesen und der medizinischen Forschung findet Bestätigung.
Interessensgruppen für Veganismus kritisieren Franks Veröffentlichungen mit dem Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit.
Einige Buchrezensionen schätzen seine Arbeiten als reißerisch ein und werfen ihm vor, industrienahe Positionen zu vertreten. So stellt sich Frank gegen Bio-Lebensmittel mit der Begründung zu hoher Verkeimung, lobt die Ungefährlichkeit moderner Pestizide und verteidigt die industrielle Tierproduktion. Kritisch gesehen wird auch Franks Ansatz, Medien, Wissenschaftler und Politik einer "Generalabrechnung" zu unterziehen und dabei selbst selektiv aus Studien zu zitieren, die seine Positionen unterstützen.
Bücher
- Lexikon der Fitneß-Irrtümer: Mißverständnisse, Fehlinterpretationen und Halbwahrheiten von Aerobic bis Zerrung (mit Udo Pollmer und Susanne Warmuth), Piper, 2005, ISBN 978-3-49224-211-0.
- Unternehmensressource Gesundheit: Weshalb die Folgen schlechter Führung kein Arzt heilen kann (Hrsg. mit Walter Kromm), Symposion Publishing, 2009, ISBN 978-3-93970-744-8.
- Lizenz zum Essen: Stressfrei essen, Gewichtssorgen vergessen, Piper, 2009, ISBN 978-3-49225-370-3.
- Die Mañana-Kompetenz: Auch Powermenschen brauchen Pause (mit Maja Storch), Piper, 2011, ISBN 978-3-49227-263-6.
- Schlechte Medizin: Ein Wutbuch, btb, 2013, ISBN 978-3-44274-584-5.
- Fragen Sie Ihren Arzt - aber richtig!: Was Patienten stark macht. Mit Checklisten und Selbsttest, Südwest, 2015, ISBN 978-3-51709-413-7.
- Gebrauchsanweisung für Ihren Arzt: Was Patienten wissen müssen, btb, 2016, ISBN 978-3-44271-346-2.
- Karotten lieben Butter: Eine Sterneköchin, ein Arzt und ein Wissenschaftler über traditionelles Kochwissen und gesunden Genuss (mit Léa Linster und Michael Wink), Albrecht Knaus Verlag, 2018, ISBN 978-3-81350-791-1.