

Introduction
Felix Gottfried Wehling (* 4. Mai 1862 in Barby; † 19. Januar 1913 in Düsseldorf) war ein deutscher Architekt.
Leben
Gottfried Wehling war – von Köln zugezogen – ab dem 7. August 1886 in der Bismarckstraße 38 und ab dem 21. Dezember 1907 bis zu seinem Tod in der Blumenstraße 9 in Düsseldorf gemeldet. Er war mit Guiseppine Borghetti (1857–1929) aus Locarno verheiratet und hatte mit seiner Frau sechs Kinder. Seine Tochter Angelika Elisabeth (1893–1945) heiratete 1921 den Eau-de-Cologne-Fabrikanten Johann Maria Carl Farina.
In Düsseldorf war er an der „eigentlichen Boomzeit der Stadt zwischen 1900 und 1914“ beteiligt und arbeitete zeitweise in verschiedenen Arbeitsgemeinschaften und Sozietäten, so „Jacobs und Wehling“ (mit Hubert Jacobs) und „Wehling und Ludwig“ (mit Alois Ludwig).
Bauten und Entwürfe
1886–1896 (in Büro Jacobs & Wehling)
In den Jahren 1886/1887 erbaute Gottfried Wehling zusammen mit Hubert Jacobs verschiedene Häuser in Köln. Ab 1888 ist die Arbeit von Wehling und Jacobs in Düsseldorf belegt, wo sie zusammen bis 1896 arbeiteten. Das Büro Jacobs und Wehling ist in den Ausgaben 1890, 1891 und 1892 des Adressbuchs der Oberbürgermeisterei Düsseldorf belegt.
- 1886/1887: Haus Luxemburger Straße 34 in Köln (Jacobs & Wehling)
- 1886/1887: Haus Von-Werth-Straße 59 / Hansaring 20 in Köln (Jacobs & Wehling) (1972 abgebrochen)
- 1888: Haus Grabenstraße 4 für die Firma Gebr. Mangold in Düsseldorf (Jacobs & Wehling)
- 1889: Wettbewerbsentwurf für ein Kaiser-Wilhelm-Denkmal am Drachenfels (Jacobs & Wehling) (1. Preis, nicht ausgeführt)
- 1890: Haus Breite Straße 8 für die Düsseldorfer Allgemeine Versicherungsgesellschaft für See-, Fluss- und Landtransport in Düsseldorf (Jacobs & Wehling)
- 1891: Haus Bismarckstraße 106 in Düsseldorf (Jacobs & Wehling)
- 1892: Haus Kaiser-Wilhelm-Straße 1, Ecke Oststraße in Düsseldorf (Jacobs & Wehling)
- 1892: Haus Kaiser-Wilhelm-Straße 55 in Düsseldorf (Jacobs & Wehling)
- 1894: Umbau des Hauses von Professor Oeder an der Jacobistraße in Düsseldorf im historistischen Stil der italienischen Renaissance (Jacobs & Wehling) Die Entwürfe waren von „Gottfr. Wehling in enger Fühlung mit dem Bauherrn“ geschaffen.
- 1895: Haus Elisabethstraße 11 in Düsseldorf
- 1895–1896: Gebäude der Landesversicherungsanstalt der Rheinprovinz, Friedrichstraße / Adersstraße, 1.860 m² bebaute Fläche, im Stil „modernisierte[r] Renaissanceformen“ (Jacobs & Wehling)
- 1896: Warenhaus der Firma Gebrüder Hartoch, Bolkerstraße 19–21 in Düsseldorf (Jacobs & Wehling)
Weitere Arbeiten waren die Schaffung bemerkenswerter Intérieurs in Düsseldorf:
- Haus Alleestraße 42
- Haus Königsallee 13
1897/1898 (Gottfried Wehling, Düsseldorf)
Von 1897 bis 1898 wurde durch den „Architekten Gottfried Wehling“ das Gürtler’sche Geschäftshaus Alleestraße 30 in Düsseldorf mit „modernisierenden Renaissanceformen [und] bemerkenswertem naturalistischem Ornament“ erbaut. Im Jahre 1898 baute der „Architekt Gottfried Wehling“ die Fassade des Geschäftshauses der Firma C. Fausel, Schadowstraße 34 in Düsseldorf, um.
1900–1903 (Wehling & Ludwig)
Ab 1900 ist die Zusammenarbeit von Gottfried Wehling und Alois Ludwig in Düsseldorf belegt, wo sie zusammen bis 1903 arbeiteten. Aber auch in Köln entstanden Werke der Architekten, das bekannteste ist die Villa Bestgen.
- 1900: Umbau und Erweiterung des Geschäftshauses Schadowstraße 23 der Firma Gebrüder Mangold in Düsseldorf, „prächtiges Beispiel eines modernen Plakathauses“ (Wehling & Ludwig)
- 1900: Geschäftshaus Schadowstraße 52 für den Photographen Thomas Lantin (Wehling & Ludwig)
- 1901/1902: Bau der „Wehling’schen Geschäftsgruppen“, Königsallee 9/11
- 1901/1902: Blumenstraße 7/9 in Düsseldorf (Wehling & Ludwig)
- 1903: Bau einer Reihe kleiner Einfamilienhäuser in der Parkstraße in Düsseldorf, die bei niedrigen Baukosten möglichst „viele gesunde“ Räume haben sollten (Wehling & Ludwig)
- 1903/1904: Villa Bestgen, Theodor-Heuss-Ring 9 in Köln (Wehling & Ludwig)
1904–1912 (Gottfried Wehling, Düsseldorf)
Von 1904 bis 1912 ist die Arbeit Wehlings als selbstständiger Architekt und als Stadtplaner belegt.
- vor 1904: Grabmal für Familie Haniel auf dem Düsseldorfer Nordfriedhof (Architekt G. Wehling)
- 1907: Wohnhäuser Prinz-Georg-Straße 37/39/41 in Düsseldorf
- 1912: Wettbewerbsentwurf „für die städtebauliche Ausgestaltung der Frankfurter Wiesen in Leipzig“ (nicht prämiert)
Abbildungen
Haus Luxemburger Straße 34 in Köln
Haus Breite Straße 8 in Düsseldorf
Haus Schadowstraße 34 in Düsseldorf
Haus Schadowstraße 23 in Düsseldorf
Villa Bestgen in Köln
Häuser Prinz-Georg-Straße 37, 39, 41 in Düsseldorf
Schadowstraße 52
Doppelhaus Blumenstraße 7 und 9
Grabmal für Familie Haniel
Entwurf für die Bebauung der Frankfurter Wiesen in Leipzig 1912
Literatur
- Kurzbiographien der Architekten und Baumeister. In: Eduard Trier, Willy Weyres (Hrsg.): Kunst des 19. Jahrhunderts im Rheinland. Band 2. Architektur: II, Profane Bauten und Städtebau. Schwann, Düsseldorf 1980, ISBN 3-590-30252-6, S. 536 (Jacobs & Wehling …).
- Hiltrud Kier: Die Kölner Neustadt. Düsseldorf 1978, S. 194 (Jacobs & Wehling …).