Gian Casty
(1914-1979)

Gian Casty

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(1914-1979)
Gender:
Male
Work field:
Birth:
10 May 1914(Zuoz, Switzerland)
Death:
21 August 1979
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Biography

Introduction

Gian Casty (* 10. Mai 1914 in Zuoz; † 21. August 1979 in Basel; heimatberichtigt in Basel und Trin) war ein Schweizer Maler, Illustrator und Glasmaler. Er gehörte zu jener Avantgarde der Schweizer Kunstszene, welche die Glasmalerei als vollwertiges künstlerisches Ausdrucksmittel wiederentdeckte.

Leben und Werk

Casty wuchs in einer Bergbauernfamilie auf und machte in Chur von 1930 bis 1933 eine Lehre als Flach- und Dekorationsmaler. Anschliessend besuchte er in Basel an der allgemeinen Gewerbeschule den Unterricht bei Theo Eble und Arnold Fiechter.

1937 hielt er sich in Malmö auf und 1938/1939war er zwei Semester an der Académie de la Grande Chaumière. Seine Werke waren vom spätimpressionistischen Einfluss geprägt. Von 1941 bis 1943 war Casty vorwiegend als Flach- und Dekorationsmaler tätig. Danach entschied er sich für eine Künstlerlaufbahn. Die erfolgreiche Mitarbeit bei Wettbewerben und direkten Aufträgen des Kunstkredits Basel-Stadt hatte Casty in weiten Kreisen bekannt gemacht. 1944 erhielt er ein Eidgenössisches Kunststipendium und 1966 erhielt er den Preis Schweizer Plakat des Jahres. In Zuoz schuf Casty Sgraffitos und für Kinderbücher die Illustrationen.

Zwischen 1948 und 1979 gestaltet Casty über 350 Einzelscheiben für Private, öffentliche Institutionen sowie Glasfenster in über 40 sakralen und profanen Gebäuden, mehrheitlich in der Region Basel und der Ostschweiz. Sie stellten oft heraldische, religiöse und Märchenmotive dar. Im sakralen Bereich schafft Casty den Durchbruch mit der Christophorus-Scheibe, die 1955 vom Bund erworben und Papst Pius XII. zum 80. Geburtstag überreicht wurde. In Zuoz schuf Casty 1948 für die Kapelle San Bastiaun die Glasmalerei und 1955 die «Dreikönigsfenster» für die reformierte Kirche Zuoz. Ebenso hat Casty 1963 die Glasmalerei in der zu Zuoz gehörender reformierte Kirche Madulain gemalt.

Sein umfangreichstes Werk entstand in den Jahren von 1957 bis 1960 im Auftrag des Schweizerischen Bankvereins. Für die drei grossen, gegen einen Innenhof gerichteten rundbogigen Fenster im Gang des Basler Bankgebäudes im ersten Stock schuf er in einer einheitlichen konzipierten Serie die Darstellung der fünf Erdteile und verlieh dabei jedem einzelnen Fenster die seinem Standort in dem abgewinkelten Gang gemässe, auf den Lichtfall berechnete und auf die Abfolge in der Reihe abgestimmte eigene Form. Seit einem Grossbrand im Bankgebäude 1978 werden die unversehrten Glasbilder in Zuoz aufbewahrt.

Gian Casty war verheiratet und hatte zwei Töchter.

2011 wurden seine Werke im Schweizerischen Glasmuseum Vitromusée Romont, 2012 in Basel, 2014 in Zuoz und 2019 in einer Sonderausstellung im Museum Langenthal gezeigt.

Werke (Auswahl)

  • 1948: Glasmalerei, Kreuzigung, Kapelle San Bastiaun, Zuoz
  • 1951: Glasmalerei, Fische, Schulhaus Neubad, Basel
  • 1955: Glasmalerei, Die heiligen drei Könige, reformierte St. Luzius-Kirche, Zuoz
  • 1957: Glasmalerei, Matrose mit Papagei, Schulhaus Gellert, Basel
  • 1963: Glasmalerei, Auferstehung, reformierte Kirche, Madulain
  • 1965: Glasmalerei, sehet die Vögel – sehet die Lilien, reformierte Kirche, Aargau

Literatur

  • Heinz Weidkuhn Hsg: Der unbekannte Gian Casty, Verlag: IL-Verlag, Basel, 2012, ISBN 978-3-905955-63-7
  • Ulrich Wismer: Glasmaler Gian Casty: Aus dem Dunkeln leuchten, Wächli Verlag, 2011, ISBN 978-3-9520580-2-2
  • Ulrich Wismer: Glasmalereien in Zuoz, Verlag Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, 2019, ISBN 978-3-03797-647-0