

Erwin Stransky (* 3. Juli 1877 in Wien; † 26. Jänner 1962 ebenda) war ein österreichischer Psychiater.
Erwin Stransky studierte Medizin bei Heinrich Obersteiner, Lothar von Frankl-Hochwart und Julius Wagner-Jauregg. 1908 habilitierte er sich für Psychiatrie und Neuropathologie an der Universität Wien. In einer 1916 erschienenen Ausgabe der Wiener Klinischen Wochenschrift fordert er unter dem Titel „Krieg und Bevölkerung“, die „dichte Schar an psychopathisch Minderwertigen“ an die Front zu schicken, um so „Individuen, deren Reproduktion minder wünschenswert ist, an Stelle selektiv wertvollerer zu exponieren“. Als Julius Wagner-Jauregg sich 1920 wegen elektrischer Folterung von Frontsoldaten verantworten musste, verteidigte er diesen. Die Unterwerfung des Patienten unter den Willen des Arztes stand im Mittelpunkt seiner psychiatrischen Methoden.
Im Juli 1938 musste Erwin Stranksy trotz seines radikalen Deutschnationalismus nach einer amtlichen Aufforderung durch den Dekan wegen seiner jüdischen Vorfahren sein Lehr- und Prüfungsamt niederlegen. 1945 wurde er mit dem Wiederaufbau und der Leitung der Nervenklinik am Rosenhügel betraut. 1946 wurde ihm von der Wiener Universität die venia legendi erneut verliehen. Stranskys Empfehlung verhalf Heinrich Gross zu dessen späterer Anstellung als Gerichtspsychiater.
Stransky führte als erster Neurologe auf dem Kontinent die Psychohygiene ein. Er arbeitete auf den Gebieten manisch-depressive Erkrankungen, Anatomie der entzündeten Nerven, angewandte Psychopathologie, Psychohygiene und Multiple Sklerose. Stransky war Ehrenmitglied der American Psychiatric Association.