Anna Caspari
Deutsche Kunsthändlerin

Anna Caspari

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Deutsche Kunsthändlerin
Gender:
Female
Work field:
Birth:
16 May 1900(Wrocław, Lower Silesian Voivodeship, Poland, Polish People's Republic)
Death:
25 November 1941(Kaunas, Kaunas City Municipality, Kaunas County, Russian Empire)
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Biography

Introduction

Anna Caspari (* 16. Mai 1900 in Breslau; † 25. November 1941 in Kaunas) war eine deutsche Kunsthändlerin.

Leben

Die Tochter des Hugo Naphtali, Kaufmann in Breslau, und der Olga Naphtali, geb. Bielski studierte Kunstgeschichte, zog am 1. Januar 1920 nach München und heiratete den 42-jährigen Kunsthändler Georg Caspari. Dieser war 1912 in die bayerische Residenzstadt übersiedelt. Er eröffnete am 20. Juni 1913 eine „Kunsthandlung im vornehmsten Rahmen“ im Palais Eichthal an der Brienner Straße 52 gegenüber dem Café Luitpold. Angeboten wurden „Moderne und alte Gemälde, Antiquitäten und Graphik“.

Im Parterre befanden sich große Ausstellungssäle, im Obergeschoss acht kleinere Räume, darunter eineBibliothek. Caspari präsentierte alte Meister wie Rottenhammer und Maulbertsch, Werke des 19. Jahrhunderts von Feuerbach, Böcklin, Leibl und Thoma.

Neben Max Liebermann, Wilhelm Trübner, Max Slevogt, Edouard Manet, Pierre-Auguste Renoir und Vincent van Gogh wurde die Gegenwartskunst gepflegt. Die Spannweite reichte von Einheimischen wie Maria Caspar-Filser und Oskar Coester zu internationalen Größen, Paul Klee, Kokoschka, Lehmbruck, Pablo Picasso. An den „Forum-Abenden“ lockten Vorträge aus Manuskripten von Wedekind, Heinrich Mann, Thomas Mann, Werfel das großstädtische Publikum.

1928 konnte der junge Gerhart Frankl mit seinen Gemälden, Aquarellen und Radierungen an die Münchner Kunstöffentlichkeit treten. 1930 waren barocke Venezianer zu sehen. Im selben Jahr fiel Georg Caspari einem Autounfall zum Opfer. Seine Witwe musste allein für die Kinder Ernst (* 1926) und Paul (* 1922) sorgen. 1935 wurde die Galerie in die Ottostraße 6 verlagert.

Am 19. Januar 1939 schritt die Gestapo bei der „verwitweten Jüdin“ zur „Sicherstellung von Kulturgütern“. Ein Schätzer, ein Sachverständiger und ein Kriminalsekretär ließen ihr Eigentum, darunter ein Porträt von Lovis Corinth, in das Bayerische Nationalmuseum, die Staatsbibliothek und die Staatliche Graphische Sammlung schaffen.

Ehe sie deportiert wurde, gelang es Anna Caspari, ihre Söhne mit Hilfe eines Dr. Einstein auf ein College in London in Sicherheit zu bringen. Ihre Mutter Olga Naphtali wurde nach Theresienstadt verschleppt.

Literatur